Deutsche Version
INTERVIEW Osho Times 05/09:
"Dem Fluss ist es egal, wohin er fließt" Ein Interview mit der Malerin Meera von Vira Was bedeutet das Phänomen "Flow" für dich persönlich und in deiner Arbeit? Ich habe mich in meinem ganzen Leben und in meiner Arbeit immer mit der Frage beschäftigt, was Flow eigentlich ist und wie ich ihm folgen kann. Wenn ich an einen Ort kam, wo ich eine Zeit lang leben wollte, wie z.B. in Pune, und eine Wohnung suchte, habe ich immer zuerst danach geschaut, wo ich das meiste Gefühl für Flow empfinde. So habe ich immer in direkter Flussnähe gewohnt,im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Fluss trägt nicht nur das fließende Wasser, sondern hat auch einen ganz eigenen Sound. Dieses andauernde Geräusch des Flusses erinnert mich daran, nicht in der Vergangenheit hängen zu bleiben oder gar rückwärts zu gehen, denn ein Fluss strebt von Natur aus immer nur vorwärts.  Nach vorn zu schauen und weiterzugehen ist für mich also sehr verbunden mit dem Thema "den eigenen Fluss finden". Die Bilder der Natur erinnern mich immer auf direkte Art und Weise an meinen eigenen inneren Flow. Wie erlebst du Flow in deiner Arbeit? In unseren Malgruppen malen wir nicht aus dem Kopf und planen auch nicht, was wir machen wollen. Es geht hier nicht darum, schöne Bilder zu malen. Wir bleiben im Moment und folgen dem Fluss, der uns bewegt. Wie wir mit Farben und Wasser umgehen, geschieht auf eine fast zufällige Art und Weise. Ohne ein Ja zum Zufall gibt es keinen Flow, wir würden sonst schnell im Kopf landen und uns stagniert fühlen. Der "Mind" (Verstand) kann keine Qualität von Fluss zulassen, sondern bezieht seine Informationen nur aus vergangenen Erinnerungen. Seit ich das Phänomen Flow im Malen entdeckt habe, arbeite ich nur noch mit Wasser und Tinte auf dem Boden. Ich benutze keine Leinwand und keine Ölfarben mehr. Ich habe die Techniken nie gelernt, mit Aquarellen und Tinten zu malen, aber mein Körper wusste sofort, wie es gehen könnte. Wenn man im Stehen malt, hat man sofort ein Ziel vor Augen, und dieses Ziel wird zur einzigen Orientierung; Intuition bekommt so keinen Raum. Aber ohne Intuition entsteht kein Flow. Wie erkennst du, ob einer deiner Schüler festgefahren ist, und wie kannst ihn wieder in seinen Flow zurück einladen? Man kann es sofort spüren, wenn jemand in sich festgefahren ist, ob er malt oder nicht. Man sieht es seinem Körper an seinen Bewegungen, spürt es aber auch im eigenen Körper. Gefrorene Energie ist so offensichtlich! Je mehr man meditiert, desto sensibler wird man für Energien. Das Lesen von Energien wird dadurch ganz einfach, im Grunde kann das jeder. Okay, jemand sitzt also vor seinem Blatt und hängt fest, kommt nicht weiter. Was soll man tun? Soll man überhaupt etwas tun? Vielleicht ist es für diese Person genau das Richtige in diesem Moment, im Mind zu sein. Ich versuche immer das Individuum zu sehen und zu respektieren. Wenn ich jemanden aus dem Kopf bringen will, wird ihm das nicht helfen. Meine Erfahrung ist, dass innerhalb der Malgruppe, wo so viele unterschiedliche Menschen zusammenkommen, um sich malerisch ausdrücken, die Prozesse ganz von alleine ablaufen. Es gibt den Satz: "Sehen ist genug!" Damit stehen Profimaler, Zeichenlehrer oder Anfänger gleichwertig nebeneinander und jeder trägt seine Wunden, wo er sich in seiner Kreativität beschnitten fühlt. Man betrachtet die Bilder nur mit den Augen, ganz ohne den Filter und die Zensur der Sprache. An diesem Punkt wird irgendwann dem einen oder der anderen klar, dass ihn das Malen vom Kopf her nicht wirklich erfüllt. Der eigene Körper weiß plötzlich: So macht es keine Freude. Das ist dann der Punkt, wo sie von selbst zu mir kommen und um Hilfe fragen. Wo sie etwas lernen möchten und Unterstützung suchen. Ich glaube, dass jeder Mensch viel Freiheit und Raum benötigt, um zu wachsen und seinen Fluss zu finden. Wenn du keine Freiheit hast, wirst du weder dich selbst noch dein Bild erforschen. Wie gesagt, mir geht es nicht um "schöne" Bilder. Mir geht es um die Suche, die tiefe Erforschung deiner selbst. Darauf warte ich bei den Teilnehmern. Wer bin ich einzugreifen und die Leute  woanders hinbringen zu wollen, als wo sie sind? Wirklich, es macht nur Sinn, wenn sie von selbst kommen und sich verändern wollen. Aber als Lehrer hast du doch sicher Techniken, die hier weiterhelfen können? Ich unterrichte grundsätzlich keine Techniken. Jede Technik mechanisiert die Menschen letztendlich, denn dann wiederholen sie nur noch das, was sie schon kennen. Zu wirklicher Freude und authentischem Fluss kann es nur kommen, wenn man wieder zum Kind wird und einfach rumprobiert. Das freie Experimentieren wird zu einem lauten "Wow! Ich hab etwas Neues gefunden. Ich hab einen Weg gefunden, mir selbst näher zu kommen!" Hier beginnt die Freude am Schaffen. Die einzige Technik, wenn man so will, heißt: Nicht urteilen! Wenn Leute im Mind sein wollen ... bitteschön. Wenn sie da raus wollen... umso besser. Wenn sie lernen wollen... sehr gerne. Was immer sie sind und mitbringen, sie werden respektiert und geliebt. Nur dann kann Flow passieren. Flow heißt einfach: innere Bewegung. Und der ist es egal, in welche Richtung wir gehen. Genauso wie sich Seegras in alle Richtungen und ohne Widerstand hin und her bewegt. Ich denke wirklich: Wer fließen lernt, statt zu stagnieren, wird es einen Tages geschafft haben. Ich bin Osho sehr dankbar, dass er uns die Tanzmeditationen gegeben hat. So lasse ich gern die Gruppenteilnehmer mit geschlossenen Augen tanzen. Irgendwann mache ich das Licht aus und lasse sie mit offenen Augen im Dunkeln tanzen. Wenn du das Fließen suchst, musst du dich auch mit deinen dunklen Räumen verbinden können. Anschließend lasse ich sie im Dunkeln ihre Bilder malen.  Die Einwürfe und Widerstände sind anfangs oft laut: "Man kann doch nicht im Dunkeln malen", heißt es. Aber man kann. Und ich denke, es ist sehr hilfreich, gerade im Dunkeln zu fließen. Im Dunkeln müssen wir uns unseren Kontrollzwängen stellen. Wir sind es ja so gewohnt, alles in der Hand zu haben: das Leben, den Tod, die Beziehung, die Gefühle. Wir wollen einfach alles kontrollieren. Aber spirituelles Wachstum kann so natürlich nicht passieren. Ein bisschen im Dunkeln zu tappen ist gut. Dann tritt irgendwann das Ereignis ein, dass eine Kerze angezündet wird. Der ganze Raum beginnt zu leuchten. Genauso ist es mit der Achtsamkeit. Ein bisschen Licht reicht schon, um jede Menge Unbewusstes und Ver decktes zu beleuchten. So ist meine Arbeit. Ich möchte eine Situation kreieren, wo Menschen ohne zu zögern, ohne Kontrolle und ohne Beurteilung in ihren Flow kommen können. Wer wirklich immer mit dem gehen kann, was ihm entgegenkommt, wird früher order später etwas ganz Einzig artiges, Besonderes kreieren. Man wird mit einer besonderen Qualität in Kontakt kommen: der eigenen Schönheit. Wenn deine Schönheit geboren ist, wirst du dich selbst mehr respektieren. Und wenn du dich selbst respektierst, wirst du schöne Beziehungen zu anderen Menschen haben... Hattest du ein persönliches Flow-Erlebnis in deinem Leben? Ich erinnere mich daran, als ich das erste Mal sah, wie Osho seine Unterschrift malte. Ein wahres Beispiel für Flow! Ich konnte sehen: Wenn du voller Bewusstheit dahinfließt, bist du vollendet! Was immer du tust, ist vollendet! Als ich Oshos Handbewegung beobachtete, sah ich, dass sie genau der japanischen Kalligrafie entsprach: die Art, wie er den Stift hielt, seine Fingerbewegungen. Jeder Buchstabe war einzigartig und unterschied sich vom nächsten, und das Ergebnis war völlig unbedeutend. Ich habe von Osho gelernt, dass die Vollendung in der totalen Spontaneität liegt. Nach meinem Verständnis ist Sannyas ein Koan des Flows. Unter Sannyasleben verstehe ich persönlich die Bereitschaft, in den Fluss des Lebens zu springen. OTI 05/09 Osho Times, Köln top Über Meera Meera (Kasue Hashimoto), wurde 1947 in Ishikawa, Japan, geboren. Von 1966 - 1969 studierte sie Malerei an der Musashino Art University, Tokyo. 1970 begab sie sich auf Studienreise nach Europa. Bis 1972 studierte sie Zeichnen an der Circule de Bellas Artes Universität, Madrid, und der „Escuela de Arte“, Toledo, wo sie Mitbegründer der Künstler-gruppe „Groupo Tolmo“ und der „Galeria Tolmo“ wurde. 1974 wurde Meera Schülerin des Mystikers Osho, dessen Ansichten über Kreativität sie faszinierten und ihre Art des künstlerischen Schaffens grundlegend veränderten. Sie entwickelte neue Methoden im kreativen Ausdruck und initiierte Künstlerkommunen in Amsterdam, Sizilien und Kalifornien. Zur Zeit leitet Meera Malkurse, Trainings und Workshops auf der ganzen Welt, überwiegend in Italien, Spanien, Schweden Deutschland, Indien und Japan. Ihre besondere Arbeitsweise ist in zwei Büchern und zwei DVDs dokumentiert. Meera stellte ihre Bilder in vielen Städten der Welt aus: Tokio, Mumbai, New York, München, Toledo u.v.m. Artist Statement: "Osho hat mir einen neuen Weg der Kreativität gezeigt, der nicht auf Anstrengung aufbaut oder auf der Absicht, etwas Neues zu gestalten, sondern der das Malen einfach durch das Aufgehen in Meditation geschehen lässt". Seminare: Die Seminare zeichnen sich sowohl durch Verspieltheit und Dynamik aus als auch durch Tiefe und Konfrontation mit dem eigenen Inneren. u.a. durch Bewegung, Tanz und Meditation führt sie die Teilnehmer in einen Raum der Stille, jenseits des analysierenden Verstandes, aus dem heraus Bilder wie von selbst entstehen. Dabei geht es vor allen Dingen darum, sich selbst zu entdecken und in einem Akt des Schöpfens aus der Meditation heraus zu wachsen. Meera Interview 1: Kreativer Ausdruck ist nichts anderes als deine eigene Lebensenergie – die deinen Körper durchströmt wie unsichtbares Blut. Kunst ist die Sehnsucht jedes Einzelnen, wieder zurückzufinden zur Gesamtheit des Lebens – sich mit dem Leben selbst zu verbinden und es zum Ausdruck zu bringen. Leider erlebe ich aber immer noch, dass viele Leute für alles Kreative nur Geringschätzung hegen. Wer das Abenteuer der Selbst-Erforschung sucht – ob durch Meditation oder Therapie oder Work-shops aller Art, setzt Kreativität häufig als Letztes auf seine Wunschliste: „Ich muss erst einmal tief in mich selbst eintauchen, die dunklen Ecken meines Wesens erforschen, meine Wunden und Ängste heilen, mein wahres Wesen finden … Später dann kann ich mir vielleicht mal erlauben, kreativ zu werden.” So etwas bekomme ich zum Thema Kreativität immer wieder zu hören . Ich dagegen behaupte, dass diese Einstellung falsch ist. Wer wirklich all seine dunklen Ecken erforschen möchte, der braucht dazu sehr viel Energie und vor allem viel inneres Licht. Denn du musst dich den Problemen, die dir da drinnen begegnen, ja auch gewachsen zeigen! Und genau das leistet die Kreativität: Sie fördert deine schöne Seite. Kaum hast du diese Seite bestärkt, gewinnst du auch die Kraft, in deine dunklen Ecken zu schauen – und zwar frohen, nicht bedrückten Herzens. Setze bei deiner Kreativität an, denn die hängt mit der Entdeckung deines inneren Kindes zusammen, mit Spontaneität und Sensibilität. Dann kann dich kein Dunkel erdrücken, du kannst vielmehr sagen: „Aha! Das ist es also, was ich mir anschauen muss, wenn ich innerlich reif werden will!” Dann gehst du dein Wachstum mit einer völlig anderen Einstellung an. Man kann natürlich die innere Reise von überall her antreten, egal wo man steht, im Licht oder im Schatten. Wer intelligent ist und aufrichtig sucht, wird seinen Weg schon finden. Aber es erstaunt mich, dass die meisten es als selbstverständlich betrachten, dass ein Weg der Freude und Kreativität weniger wert sei als der des Leidens. So nach dem Motto: „Sei hübsch ernst und traurig, und du bist auf dem rechten Weg. Sei fröhlich und spielerisch, und mit deiner Suche kann es nicht weit her sein!” Für mich ist Kreativität eine Brücke in unser Potenzial, in unsere Lebendigkeit. Sobald du mit deiner Kreativität in Kontakt kommst, verändert das dein Leben. Du hast eine Energiequelle, aus der du leben kannst, aus der heraus du Situationen begegnen kannst, die dir vollkommen unbekannt sind. Wenn du den Weg der Kreativität gehst, hast du mehr Raum im Inneren. Was wir also in den Trainings machen, ist: dem Reich der Unschuld in uns mehr Raum zu geben, sich zu entfalten. Verbindung zur Quelle Wir fangen in den Gruppen oft erst mal mit Tanzen an – zu einer dynamischen Musik. Eine meiner Hauptaufgaben ist es, die Teilnehmer aus ihrem Kopf heraus in ihr Herz hinunter zu holen – und vom Herzen dann zu einer noch tieferen Ebene ihres Inneren. Und der direkteste Weg dahin führt über den Körper. Oft bitte ich die Teilnehmer anschließend, die Augen zu schließen, bequem dazusitzen und für eine Weile ihre Kindheit in Erinnerung zu rufen, besonders Augenblicke, die mit Kreativität zu tun haben – schöne wie traurige Erfahrungen. Vor allem aber bitte ich sie darum, sich an irgendeine Kindheitswunde zu erinnern, an ein spezifisches Problem, das mit ihrer Kreativität zu tun hatte. Meistens stellen sich diese Kindheitserinnerungen und -geschichten völlig problemlos ein. Die meisten Teilnehmer haben keinerlei Schwierigkeiten, sich an solche schmerzlichen Augenblicke zu erinnern. Denn so schlicht und kindisch diese auch klingen mögen – sie haben tiefe Spuren in ihrer Seele hinterlassen. Daran sieht man, wie verletzbar Kinder sind. Und wie leicht ihr kreativer Impuls Schaden erleidet. Jeder hat schon einmal beobachtet, wie kleine Kinder mit unscheinbarsten Dingen grenzenlos kreativ sein können – zum Beispiel am Strand, wo es nur Wasser und Sand gibt. Aber Winzigkeiten können einem empfänglichen jungen Gemüt unabsehbaren Schaden zufügen. Der Schmerz eines solchen Eindrucks kann so schockieren, dass er einfach die Verbindung zur eigenen Kreativität kappt. Mir kommt es deshalb darauf an, dem Malen wieder eine etwas organischere Qualität zu verleihen, damit es nicht mehr so von der übrigen Natur abgeschnitten ist – und von dir selbst, deinem wahren Selbst, das mehr umfasst als nur deinen Intellekt. Wahr ist nämlich: Alle Malerei, die nicht aus deinem Innersten, sozusagen „aus deinem Bauch” kommt, hat keinerlei Bedeutung – einfach weil du dann den Kontakt zu deiner Ursprünglichkeit verlierst. Ich habe nicht vor, die Teilnehmer zu einem bestimmten Malstil, zu einer Struktur oder Technik hinzuführen, denn das hieße Einmischung. Nur eines lege ich ihnen ans Herz: „Spürt in euch das Gefühl der Sehnsucht auf, vor allem der Sehnsucht nach Schönheit. Man mag noch so unreif, unvollkommen, malerisch unbegabt sein – wir alle haben die gleiche Sehnsucht: in unserem Leben irgend etwas Schönes hervorzubringen!” Und zu nichts anderem will ich sie bringen und ermutigen. Dies ist etwas ganz Grundlegendes und Primäres in meinem Malverständnis – das innere, unschuldige Kind zu bestärken, das den kreativen Impuls hat, etwas zu tun und nicht darin behindert werden möchte. Erst wenn dieser Impuls befriedigt ist, wird das „innere Kind” bereit sein, sich für Struktur und Anleitung zu öffnen. Darum nenne ich den ersten Teil meines Trainings auch „Primäres Malen”; denn da tauchen wir zu den Ursprüngen hinab – zur Kindheit, zur Unschuld – und finden wieder Anschluss an einen verlorenen Impuls. Danach können wir ganz von vorn beginnen. Das Malen mit Wasser- und Acrylfarben auf dem Boden bringt uns in das Abenteuer von Chaos und Unerwartetem. Dabei entstehen Werke, denen eine enorme Ausdruckskraft innewohnt: Du kommst mit dem kreativen Potenzial deiner überfließenden Lebenskraft in Verbindung. Und wenn du erst einmal mit deinem natürlichen Schöpfertum in Berührung gekommen bist, entfaltet es sich einfach. Wenn du die Angst los bist, dass das, was du da machst, verkehrt sein könnte, geht das Abenteuer los. Oft bordet diese neue und aufregende Erfahrung, malen zu können, auch in andere Lebensbereiche über. Mit einem Wort: Bei mir dreht sich alles um primäres Malen – ein revolutionärer Ansatz. Damit habe ich schon Tausenden geholfen, die Kunst des abstrakten Malens zu erlernen, ohne sich erst Jahre auf Kunstakademien mit irgendwelchen Techniken herumschlagen zu müssen. Einfach indem sie zu der Unschuld ihrer Kindheit zurückkehren, entdecken sie die Verbindung zwischen Meditation und künstlerischem Ausdruck. Und wenn der Verstand leer ist, wird der Ausdruck zwangsläufig ursprünglich und schön. Man braucht kein “Talent”, um kreativ zu sein. Das ist eine völlig falsche Vorstellung. Aber durch schöpferische Tätigkeit kommt man mit dem Leben in Berührung. Meera Interview 2: Ich merke, wenn ich kreativ werde, wie meine Energie langsam erwacht und Freude hochsprudelt. Ich kann sehen, wie mein inneres Wachstum durch diese Freude tiefer wird.Das ist es im Wesentlichen, was Kreativität für mich heißt. Normalerweise wenden wir uns ja, wenn wir wachsen wollen, unserer Dunkelheit zu, um uns ihr zu stellen. Aber mit Hilfe von Kreativität schlägt man einen ganz anderen Wachstumsweg ein. Kreativität ist Deine Art zu wachsen, Dein Weg? Wenn du den Weg der Kreativität gehst, hast du mehr Raum im Inneren - so, als würdest du Kräfte in dir wecken, die dir dann erlauben, auch etwas entspannter in deine Problemecken zu schauen - mehr Spielraum. Was wir in den Trainings machen, ist: dem Reich der Unschuld in uns mehr Raum zu geben, sich zu entfalten.  Wenn wir spielerisch werden, erscheint plötzlich eine einmalige Qualität und Schönheit. Je mehr du in diesem Reich des unschuldigen Ausdrucks Wurzeln schlägst, desto mehr wächst dein innerer Raum und gestattet dir, auch dein Unbewusstes zu sehen. Denn um in deine unbewussten oder problematischen Winkel sehen zu können, benötigst du Energie und Kraft. |
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Andernfalls laugt dich das aus. Also stellen wir uns der Dunkelheit nicht unmittelbar. Wir arbeiten hauptsächlich daran, das vergessene Reich der Freiheit, Unschuld und Ausdrucksfreude in uns freizulegen, Verbindung aufzunehmen mit dem Mysterium der Natur um uns her. Und so geht das dann immer hin und her. Mit anderen Worten: Erst arbeiten wir an der bewussten Seite und die fängt dann an zu wachsen und dann sagst du dir: "Okay, jetzt will ich mir endlich mal das-und-das genauer anschauen, wovor ich mich bisher immer so gedrückt habe." Im Grunde weißt Du ja, dass du nicht nur aus Dunkel, aus Unbewusstheit bestehst. Wenn du dir also deine Problemecken ansiehst, ist das eher wie Tuchfühlung aufnehmen mit deiner inneren Wahrheit, statt irgendwelche Probleme zu lösen. Für mich ganz wichtig dabei ist, dass wir als Menschen gemeinsam wachsen müssen. Damit wird unsere bewusste Seite genährt, und wenn wir von da aus in unsere dunklen Ecken schauen, ist das mehr wie Unkrautjäten - damit dein inneres Wesen wachsen kann. Was ich damit meine ist so etwas wie Blumen begießen - es gibt den Schaffenskräften Nahrung. Und das Unkrautjäten ist die therapeutische Seite.
Unsere Art zu malen hat nichts mit dem Erlernen einer Technik zu tun oder mit dem Abkupfern der Natur oder damit, irgendwelchen Ideen Ausdruck zu geben. Nein, es ist mehr wie ein Einladen des meditativen Zustands. Und das läuft über Nichtdenken. Nur so kommst du mit einem Bereich in Kontakt, wo du dich entfalten kannst. Dadurch wird alles spontan und einmalig. Und hier liegt der Wert von Kunst: in ihrer Einmaligkeit. Wir denken immer am Bekannten entlang - damit es uns irgendwie Sinn macht. Aber da schlägt unsere Taktik, mit Wasserfarben auf dem Fußboden zu malen, unserer Denkroutine einfach ein Schnippchen: mit viel Wasser. Wieso das? Weil Wasser nur seinen eigenen Gesetzen folgt. Wir haben keine Kontrolle darüber, wie und wohin es fließt. Auf diese Art laden wir einfach mehr das Unvorhergesehene ein. Was mich wirklich interessiert ist, wie wir auf jede neue Situation eingehen. Wasser kann dich in sehr gefährliche Situationen bringen.Da kannst du die größten Überraschungen erleben. Da kommt es ganz darauf an, wie du dich der Situation stellst. Vor allem wenn's gefährlich wird. Und Schönheit ist nicht zuletzt auch gefährlich. Kannst Du dafür ein Beispiel geben? Wenn du z.B. in eine Situation gerätst, die dermaßen schön ist... Du erkennst, wie dein Bild plötzlich so schön aussieht, dass du es nicht mehr anrühren möchtest, oder du triffst einen schönen Mann oder du lernst eine Schönheit kennen, in die du gar nicht erst tiefer eindringen möchtest, vor Angst, die Schönheit könnte darüber verlorengehen... Schönheit kann zu einer Art Investition, einem dicken Bankkonto werden. Wir fahren immer alle dermaßen aufs Oberflächliche ab, dass wir gar nicht erkennen, dass es sich gar nicht um Schönheit handelt. Die wahre Schönheit liegt in unserer eigenen Wahrheit. Das ist im Grunde, was wir in unseren Kursen vermitteln. Und genau da unterscheiden wir uns von anderen Kunstschulen. Wir lehren Schönheit nicht auf direktem Wege - das wäre technisch. Für mich tritt wahre Schönheit in dem Moment ein, wo die Person, die etwas geschaffen hat, in Ehrfurcht vor ihrem Werk dasteht. Denn was aus dem Reich des Nichtdenkens kommt, das kommt als Überraschung. Du stehst plötzlich vor einem Mysterium. Lass uns ein wenig über dein praktisches Lehren reden, wie Du das konkret machst. Kannst Du etwas näher auf die technischen Einzelheiten oder Deine Methoden eingehen? Wir malen auf dem Fußboden, auf handgeschöpftem Papier aus Indien, mit Acryl-Wasserfarben und farbigen Tuschen. Das handgeschöpfte Papier ist rein organisch und gibt eine unglaubliche Struktur ab. Dieses handgemachte Papier erlaubt einem, mit mehreren Farbschichten zu experimentieren, und das verleiht eine gewisse Tiefe und einen Anflug von Rätselhaftigkeit. Ich benutze selbst ausschließlich dieses indische Papier. Ich habe zwar Ölmalerei studiert, aber seit ich Osho getroffen habe, bin ich völlig neue Wege gegangen und benutze nur dieses Papier. Die Begegnung mit Osho hat meine Kunst völlig umgekrempelt. Jetzt ist sie viel spielerischer und experimenteller, mehr so, dass ich ständig neue Überraschungen erlebe. Wenn du im gegenwärtigen Augenblick bist, bist du vollkommen unschuldig und bereit, jedwede Richtung einzuschlagen. Gegenwärtiges Sein kennt nicht die Angst, irgendwas darzustellen, irgendwo hinzugelangen, sondern jubelt über diesen Augenblick, kostet ihn aus in seinem vollständigen Glanz. Und meine Hand ist bereit, in jede beliebige Richtung zu gehen. Das ist aber nur die eine Seite. Je mehr du beobachtest, dein Inneres wächst, desto mehr sind deine Augen bereit, alles ganz so zu sehen, wie es ist. Wenn du also im Auge behältst, was sich auf dem Papier alles abspielt, einfach ohne alle Erwartungen, und zusiehst, wie sich die Farben unter dem Einfluss des Wassers verändern, dann merkst du plötzlich, wie du mit etwas in Berührung kommst, das du zum Ausdruck bringen wolltest. Plötzlich erinnerst du dich deiner Sehnsucht nach Ausdruck. Genau so, wie du gedankenverloren etwa den Vollmond oder einen schönen Sonnenuntergang betrachtest und dich urplötzlich der Drang überkommt, dies auszudrücken. Einfach nur Zuschauer zu sein hilft einem, etwas ganz Einmaliges zu entdecken. Als wir noch kleine Kinder waren, war alles einfach so, wie es ist. Diese unfixierte Art, sich alles ohne Vorurteil anzusehen... das ist wirkliche Kunst. Und genau damit arbeiten wir. Nur auf diese Art und Weise kannst du in die neue Dimension der Kreativität hinein wachsen. Bei Dir wird doch auch viel getanzt, oder? Verrate mir, warum das wichtig ist. Tanz ist alles. Tanz bringt dich in deinen Körper, wirft dich aus dem Denken heraus, verbindet mit dem Unaussprechlichen. Tanz verbindet mit der Lebensfreude. Da hast du also die besten Chancen, ins Reich des Nichtdenkens hineinzukommen. Manchmal fordere ich die Leute auf, während sie tanzen zu malen oder beim Malen zu tanzen. Damit der Verstand seinen Griff lockert und dich nicht so versteift. Denn der Verstand ist immer auf der Lauer. Also lassen wir uns alles mögliche einfallen. Manchmal lade ich die Leute ein, im Stehen zu malen. Wir stellen Situationen her, in denen alles von allein geschehen wird. Du hast dich ja sehr mit Zen auseinander-gesetzt. Was heißt Zen für dich? Zen ist eine ganz besondere Einstellung zur Natur und zum Leben überhaupt: Nicht darüber nachzudenken, sondern es zu werden. Du intellektualisierst die Dinge nicht, du versuchst nicht, sie über den Verstand zu verstehen. Du tauchst in sie ein, du lebst sie mit all deiner Energie, und in dieser Rückhaltlosigkeit entdeckst du deine Spiritualität. So gehe ich das Malen an. Mir geht es darum, auf direktem Weg zur Mitte vorzudringen - zur Seele und dem Wesen der Existenz. Nicht Zuschauer zu sein, der beobachtet, sondern eins zu werden mit dem, was ich malen möchte. Ein Baum, ein Windhauch, eine blühende Blume zu werden. Aus dieser Erfahrung heraus kommen dann meine Bilder zur Welt. Wenn ich male, mache ich keinen Unterschied zwischen dem, was ich vor mir sehe, und mir, der Person, die das sieht. Alles wird einbezogen, innen wie außen, all diese Energien werden eins. Wenn ich mich darauf einlasse, mich darin auflöse, offenbart sich mir plötzlich das Wesen, die Form, der Fluss, die Schönheit, der Tanz, der ganz einmalige Ausdruck von Energie in der Kommunion zwischen mir und dem Baum oder der Blume oder dem Wind. Oder anders gesagt: Wenn ich leer bin und innerlich empfänglich, dann nimmt meine Energie am Blühen der Natur teil. Meinetwegen kann man das auch "Inspiration" nennen. Ich nenne das "Antrieb" - schöpferischen Antrieb. Die meisten Künstler neigen dazu, wenn sie ausstellen und sich dem Geschmack der Öffentlichkeit fügen, sich auf bestimmte Muster und Stile festzulegen. Sie engen sich damit selber auf genau das ein, was Erfolg hat. Denn dann gibt's kein Risiko. Aber damit hemmen sie alle Kreativität, alles Forschen und Neue. In meinen Trainings und Gruppen habe ich schon Abertausende zum Malen hin geführt, und daher weiß ich, dass jeder seine unverwechselbare Art hat, sich durch Malen auszudrücken. Aber unsere ganze Erziehung und Prägung treibt uns das aus und trichtert uns dafür fixe Ideen ein, was Malen sei. Und danach entscheiden wir dann: "Der und der hat Talent, der und der hat keins." Ich möchte, dass Kunst etwas gewöhnlicher wird, mehr Platz einnimmt im Leben der Menschen, und so ermuntere ich die Leute, einfach zu malen wie ein Kind. In den ganz frühen Jahren weiß die kindliche Kreativität noch von keiner Angst, keiner Sorge darum, was die andern wohl meinen und finden könnten. Das Kind will einfach nur seinen Spaß haben. Und das ist genau der richtige Ausgangspunkt: Den Leuten zu helfen, ihre ursprüngliche Ausdrucksfreude wieder zu finden. Wenn du erstmal mit deinem natürlichen Schöpfertum in Berührung gekommen bist, entfaltet es sich einfach. Wenn du erstmal die Angst los bist, dass das, was du da machst, verkehrt sein könnte, geht das Abenteuer los. Oft bordet diese neue und aufregende Erfahrung, malen zu können, auch in andere Lebensbereiche über. Zum Beispiel berichten mir viele Berufstätige, die eine meiner Gruppen oder Trainings mitgemacht haben, dass dadurch ihr eigenes Arbeitsgebiet regelrecht ausgeweitet hat, dass sie sich wie neugeboren fühlen und mit frischen Augen jetzt überall ganz neue Möglichkeiten entdecken. Mit einem Wort: Bei mir dreht sich alles um primäres Malen - ein revolutionärer Ansatz. Damit habe ich schon Tausenden geholfen, die Kunst des abstrakten Malens zu erlernen, ohne sich erst Jahre auf Kunstakademien mit irgendwelchen Techniken herumschlagen zu müssen. Einfach indem sie zu der Unschuld ihrer Kindheit zurück kehren, entdecken sie die Verbindung zwischen Meditation und künstlerischem Ausdruck. Und wenn der Verstand leer ist, wird der Ausdruck zwangsläufig sowohl ursprünglich und schön. (Interviews von Shako Michael Burkhardt für "Sein" - Magazin, Berlin)
Bucherscheinungen: Meera - Blossoming (Kunst-Bildband), Meera - Re-Awakening of Art (Paperback, engl.) DVDs: Meera - The Birth of Creativity, Re-Awakening of Art info books & dvds: contact Meera by email: artmeera@yahoo.com
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Primal Painting Group October 23–25 Osho Uta Institute, Cologne - Germany
OSHO Art Therapist Advanced Program Part I Dec 22 - Jan 7, Pune, India
OSHO Art Therapist Advanced Program Part II Jan 10 - Feb 7, Pune, India
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You are not accidental. Existence needs you. Without you something will be missing in existence and nobody can replace it. That's what gives you dignity, that the whole existence will miss you. The stars and sun and moon, the trees and birds and earth - everything in the universe will feel a small place is vacant which cannot be filled by anybody except you.
Osho
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